Hochzeitsfotografie_013

Hochzeitsfotografie: Die Nachbearbeitung der Hochzeitsfotos

Bevor ich nun auf die Bearbeitung der Bilder eingehe hier noch etwas mehr zu meinen Vorlieben, was die Kamera-Technik angeht. Ich gehe immer mit 2 Kameras an den Start. Wobei ich mit Vollformatkamers arbeite. Die meiste Zeit kommen das 35mm 1.4 und das 85mm 1.4 drauf. Das sind 2 Objektive, die sehr Lichtstark sind. Das ist dann wohl das Stichwort: Ich mache gerne helle Foto’s, was nach meinem Geschmack gerade bei einer Hochzeit die durch die Braut verbreitete “cinerellaartige” Atmosphäre unterstreicht. Das klingt jetzt irgendwie total kitschig, oder? Nein. Ich finde strahlende, helle und brillante Bilder einer Hochzeit ist der Stiel, der der Hochzeit die fotografische Wirkung verleiht, die sie verdient. Nun genug von der Schwärmerei. Die beiden Vollvormat erleichtern mir diesen Stiel, da sie nur wenig verrauschte Bilder hervorbringen, gerade wenn man mit hohen ISO-Werten (also z.B. bei schlechten Lichtverhältnissen in der Kirche) fotografiert. Nun aber zur Software-Bearbeitung.

Als erstes werden alle Bilder gesichert. Das dann auch gleich mehrfach. (Bitte weiterempfehlen 🙂 Als nächstes werden alle Bilder in Lightroom importiert. Das ist eine Software die aus RAW-Bildern das allseits bekannte JPG-Format entwickeln kann. Übrigens fotografiere ich fast die komplette Hochzeit im RAW-Format. Das birgt einige Vorteile bei der Bildbearbeitung.

Nach dem Import kommt der erste recht aufwändige Schritt. Aus den vielen vielen Bildern sortiere ich die heraus, die mich am ehesten ansprechen. Dabei wird die Anzahl der Fotos schon mal auf 1/3-1/4 reduziert. Alle aussortierten Fotos werden dann auch gleich gelöscht. Sie sind aber im Zweifelsfall auch wieder abrufbar. Die herausgefilterten Bilder werden alle und zwar wirklich alle bearbeitet. Wie ich bearbeite und worauf es mir dabei ankommt kommt jetzt:

  • Als erstes beschneide ich die Bilder auf den Ausschnitt den ich für den richtigen halte. Da ich im Wesentlichen mit zwei Festbrennweiten arbeite lässt sich das kaum vermeiden. So kann man auch die Autofoku-Probleme schön umgehen. Schärfe ist mir in jedem Fall wichtiger als gleich den richtigen Ausschnitt zu haben. Beim Beschneiden gibt’s einiges zu beachten. Da es ja bei der Hochzeit um Menschen geht beschneide ich auch am liebsten so, dass das zwischenmenschliche zum Vorschein kommt. 
  • Nachdem nun der Ausschnitt stimmt fange ich wieder mit dem ersten Bild an um Belichtung und Kontrast anzupassen. Wie schon erwähnt habe ich gerne viel Licht. Der Kontrast wird eher mit bedacht angegangen, da er Bilder auch härter wirken lässt. Und bei einer Hochzeit habe ich lieber weiche Züge in den Bildern.
  • Die Farben und die Sättigung gehe ich auch eher dezent an. Zu viele Farben lenken nur vom Wesentlichen ab. Der Braut! Genau gesehen entsättige ich sogar  gerne. Das reduziert sozusagen die Anzahl der Farben. Diese wiederum hebe ich dann hervor. Das alles aber wie gesagt dezent. Es soll ja weder farbüberlaufen noch unnatürlich aussehen.
  • Schärfe und Rauschreduzierung gebe ich gerne dazu. Schärfe eher mehr, Rauschreduzierung eher weniger. Auch hier ist das maß der Dinge, dass es natürlich bleibt. Ich muss aber gestehen, dass ich knackig scharfe Bilder einfach mag.
  • Vignette und Körnung spielen bei mir bei den Bunten Bildern keine Rolle. Auch wenn ich die Vignette bei so einigen auch bei den bunten Bildern zu sehen kriege. Meins das nicht. Erst bei den SW und Sepia-Fotos kommt das hinzu.
  • Wenn die Entwicklung und Ausgabe der bunten JPG-Bilder fertig ist werden diese einzeln kontrolliert. Dann sind die schon mal fertig
  • Nun suche ich aus allen Bilder die heraus, die sich meineserachtens als schwarz weiß und sepia besonders gut machen. Nun wird jedes Schwarzweiß Bild was die oberen Punkte angeht angepasst. Sind die Schwarzweißen fertig entwickelt und exportiert können die Sepias daraus gemacht werden.

Das waren jetzt die Hauptpunkte.  Es fehlen noch so einige Details. Sicherheitshalber möchte ich hier noch mal erwähnen , daß dieses hier natürlich nur eine übersichtliche Zusammenfassung dessen ist, was da alles so passiert. Aber ich hoffe es verschafft Euch einen Überblick.

Wenn das alles erledigt ist können alle Bilder auf eine DVD gebrannt werden. Nun kann die Übergabe der Fotos erfolgen.